Die Masern breiten sich in Österreich immer weiter aus. Am Donnerstag wurden neue Infektionen gemeldet, diesmal aus den Bundesländern Salzburg und Tirol. Von der Infektionskrankheit sind damit insgesamt schon rund 30 Menschen betroffen, viele werden vorsorglich behandelt. Tendenz steigend! DNA-Spezialisten ermittelten inzwischen die Herkunft der gefährlichen Viren. Der Genstamm stammt aus der Ukraine und könnte durch Touristen eingeschleppt worden sein. Indes ist eine heiße Debatte um eine Impfpflicht entbrannt.

In der Steiermark, wo ein 15-Jähriger unbewusst die Erkrankungswelle ausgelöst hatte, gibt es bislang 14 Fälle, unter ihnen drei Babys, die vor dem Jahreswechsel geboren wurden. Im LKH Graz wurden auch mehr als 50 Babys vorbeugend behandelt, weil sie mit Masernpatienten in Kontakt gekommen waren.

Im Laufe der Woche wurden dann drei Fälle im Tiroler Bezirk Kufstein bekannt - zwei Erwachsene und ein Kind sind betroffen. Und nun wurden auch aus Salzburg sieben Masernfälle gemeldet. Fünf Kinder sind im Unterpinzgau betroffen - sie befinden sich alle zu Hause und werden ärztlich betreut -, ein weiteres Kind ist in der Ortschaft Piesendorf erkrankt, eines im Tennengau. Die betroffenen Familienangehörigen wurden geimpft.

Die Salzburger Fälle dürften ebenfalls mit dem 15-jährigen Patienten aus Graz zusammenhängen. Wie die steirische Landessanitätsdirektion am Donnerstag bekannt gab, haben nämlich sowohl die steirischen Viren als auch jene aus Salzburg denselben Genstamm - und der stammt wiederum aus der Ukraine. Dieser könnte durch Touristen eingeschleppt worden sein, mit denen dann der 15-Jährige Kontakt hatte, der am 11. Jänner in die Kinderklinik-Ambulanz kam - was passen würde, da der Jugendliche zum Skiurlaub in Salzburg war. Der 15-Jährige war jedenfalls nicht geimpft - ebenso wenig sein Vater.

Impfgegner und Impfbefürworter liefern sich angesichts der aktuellen Masernwelle indes ein hitziges Duell, und auch die Forderung nach einer allgemeinen Impfpflicht wird wieder laut. Doch auch hier gehen die Meinungen weit auseinander. Volksanwalt Günther Kräuter spricht sich - wie die NEOS, die einen „Impfgipfel“ fordern - klar dafür aus. FPÖ-Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein ist dagegen.

Im Zuge einer Masern-Infektion kann es zu Lungenentzündung, Bronchitis, Mittelohrentzündung oder Gehirnentzündung kommen. Auch bleibende Schäden bis hin zum Tod können die Folge sein, warnt das Gesundheitsministerium: „Erkranken Kinder unter einem Jahr an Masern, so haben sie das hohe Risiko von eins zu 600, einige Jahre später an einer speziellen Gehirnentzündung zu erkranken, die tödlich endet. Zudem kommt es nach Masern zu einer mehrere Jahre andauernden Schwächung des Immunsystems, die das Risiko erhöht, an anderen Infektionskrankheiten zu sterben.“


Quelle: www.krone.at

Hits: 17314

Datum: 2019-02-13 15:50:02

Polizei Nachrichten Österreich