Grüner: Retten Menschen, die sowieso bald sterben

Für einen Eklat hat der deutsche Grünen-Politiker Boris Palmer gesorgt. Er kritisierte den Lockdown und erklärte, einige Gerettete würden möglicherweise sowieso sterben.

Palmer hatte kürzlich den weltweiten Lockdown der Wirtschaft in der Coronavirus-Krise scharf kritisiert: "Ich sage es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einen halben Jahr sowieso tot wären - aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen", sagte der Tübinger Oberbürgermeister im Sat.1-Frühstücksfernsehen.

Die Armut aus dem Runterfahren der Wirtschaft dagegen bringe nach Einschätzung der Vereinten Nationen hingegen Millionen Kinder ums Leben. "Wenn Sie die Todeszahlen durch Corona anschauen, dann ist es bei vielen so, dass viele Menschen über 80 sterben - und wir wissen, über 80 sterben die meisten irgendwann", so Palmer. Im Anschluss erntete Palmer einen Shitstorm für seine Aussagen.

Der baden-württembergische FDP-Vorsitzende Michael Theurer: "Ich rate Boris Palmer dringend, sich zu entschuldigen und diese Äußerung zurückzunehmen. Er ist nicht nur wie sonst manchmal über das Ziel hinausgeschossen, sondern erheblich entgleist." In einem Interview mit der "Welt" legte Palmer aber nach und sprach von einer "absichtlich herbeigeführten Weltwirtschaftskrise".

Palmer entschuldigte sich letztlich dann doch. "Niemals würde ich älteren oder kranken Menschen das Recht zu leben absprechen", sagte Palmer der Nachrichtenagentur dpa. Falls er sich "da missverständlich oder forsch ausgedrückt" habe, tue ihm das leid. Er habe sagen wollen, dass ältere Menschen geschützt und jüngeren Menschen ein normaler Alltag ermöglicht werden solle.


Meldung vom: 2020-04-30 11:56:35Aufrufe: 233


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Quelle: www.heute.at
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