Schweden: Epidemie geht ohne Lockdown zu Ende



Die Daten der Todesfälle gehen in Schweden seit dem Höhepunkt in der zweiten April Woche deutlich zurück. Die Grafik oben zeigt den Verlauf der Todesfälle nach Sterbedatum geordnet. Daraus ist abzulesen, dass die Todesfälle auch ohne die durch den in anderen Ländern verfügten Lockdown verursachten gesundheitlichen und wirtschaftlichen Kollateralschäden zurückgegangen sind. +AD+ Die Kurve unterscheidet sich von denen, die aus Daten vom Worldometers oder John Hopkins Uni erzeugt wurden, da dort die Daten nach Meldung gesammelt werden, jedoch nicht nach Sterbedatum, wie sie die Behörde berichtet und auch rückwirkend Fälle nachträgt. Die Daten können bei der der schwedischen Volksgesundheitsbehörde (Folkhälsomyndigheten) als csv heruntergeladen werden. In Summe sind es bis 22. April 1937 Todesfälle.

Schwedisches Modell gegenüber Lockdown

Die neuesten Zahlen zu Patienten und Todesfällen zeigen, dass die Epidemie in Schweden dem Ende entgegen geht. Auch in Schweden entstand die Übersterblichkeit hauptsächlich in Pflegeheimen, die man nicht gut genug geschützt habe, wie der Chefepidemiologe Anders Tegnell erklärte.

Die schwedische Bevölkerung profitiert nun im Vergleich zu anderen Ländern zudem von einer sehr hohen natürlichen Immunität gegen den Covid19-Virus, die sie vor einer möglichen „zweiten Welle“ im nächsten Winter besser schützen dürfte.

Länder ohne Ausgangssperren und Kontaktverbote, wie z.B. Japan, Südkorea und Schweden, haben bisher keinen negativeren Verlauf als andere Länder erlebt. Dies stellt die Wirksamkeit solcher sehr weitgehenden Maßnahmen infrage.

Es ist davon auszugehen, dass Covid19 in der schwedischen Gesamtsterblichkeit 2020 nicht sichtbar sein wird. Das schwedische Beispiel zeigt, dass „Lockdowns“ medizinisch unnötig oder sogar kontraproduktiv sowie gesellschaftlich und ökonomisch verheerend waren.

Der zeitliche Ablauf in Schweden

Der erste bestätigte Fall von Covid-19-Pandemie in Schweden wurde am 31. Januar 2020 gemeldet, als eine aus Wuhan zurückkehrende Frau positiv getestet wurde. Am 26. Februar 2020, nach dem Covid-19-Ausbruch in Italien und im Iran, traten in Schweden Erkrankungen in mehreren Clustern auf.

Am 9. März 2020 folgte der erste Bericht über die Übertragung innerhalb des Landes bei zwei Patienten, die sich am 6. März 2020 im St.-Göran-Krankenhaus in Stockholm meldeten. In allen zuvor festgestellten Fällen war die Kontaktverfolgung erfolgreich gewesen und es wurden Verbindungen zu Reisenden oder anderen bestätigten Fällen hergestellt.

Der erste Todesfall wurde am 11. März 2020 gemeldet, als ein über siebzig Jahre alter Risikopatient aus der Region Stockholm auf der Intensivstation des Karolinska-Universitätskrankenhauses starb. Er war nicht im Ausland gewesen.

Ebenfalls am 11. März 2020 verabschiedete die schwedische Regierung eine Verordnung, die bis auf weiteres alle Versammlungen mit mehr als 500 Personen unter Strafandrohung verbot. Die zulässige Anzahl wurde am 29. März 2020 auf fünfzig Personen reduziert.

Ab dem 12. März 2020 wurde die nationale Teststrategie nur auf Ältere, Schwerkranke und medizinisches Personal angewendet. Die offizielle Empfehlung lautet ab dem 13. März 2020, wegen nicht schwerwiegender Symptome zu Hause zu bleiben und keine Bezirksgesundheitszentren oder Krankenhäuser zu besuchen.

Bis zum 15. März 2020 gab es in Schweden 1190 bestätigte Fälle, wobei der Landkreis Stockholm am stärksten betroffen war. Am 26. März 2020 hatte sich die Zahl auf 2840 bei 71 Toten und sechzehn als geheilt geltenden Personen erhöht.

Mitte April 2020 gab es in Schweden mehr als 10.000 Infizierte bei 887 Todesfällen. Das Virus war bis dahin, trotz Besuchsverboten, in einem Drittel der Altenheime in Stockholm aufgetreten, worauf ein sprunghafter Anstieg der Todesfälle zurückzuführen war.

Der schwedische Staatsepidemiologe Tegnell geht davon aus, dass das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 „nicht aufzuhalten ist. Und er ist auch der Überzeugung, dass die Kurve flach gehalten werden müsse, um Krankenhäuser nicht zu überlasten." Doch Tegnell hatte von Anfang an auch die sozialen Folgen im Blick: Die Einschränkungen sollten nicht zu streng sein, damit Menschen auch bereit sind, diese über Monate zu akzeptieren. Zudem hofft er darauf, dass auf diese Weise genug widerstandsfähige Menschen an Covid-19 erkranken, um eine Immunität gegen den Erreger zu entwickeln.

Nach neuesten Studien rechnet man damit, dass bis Anfang Mai im bisher am stärksten betroffenen Stockholm rund ein Drittel der Bevölkerung Immunität erlangt haben wird.


Veröffentlicht: 2020-04-24 09:48:15Aufrufe: 9067




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Quelle: www.meinbezirk.at
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