Sommerferien wegen Corona verkürzen? Söder lehnt Schäuble-Vorschlag ab



Schule statt Sommerferien wegen Corona? Das hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble vorgeschlagen. Dem Vorschlag aus Berlin kann Bayern jedoch wenig abgewinnen.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat ablehnend auf einen Appell von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) reagiert. „Bayern denkt nicht über eine Verkürzung der Sommerferien nach“, sagte Söder am Freitag in einer Live-Sendung von „Bild“.

Zuvor hatte sich Schäuble in die Debatte um die Zukunft des Schulbetriebes in Zeiten von Corona eingeschaltet. „Bis auf Ausnahmen bleiben die Schulen noch einige Zeit geschlossen. Daher frage ich mich, ob die Verantwortlichen in den Ländern darüber nachdenken, die Schulferien in der Sommerzeit etwas zu verkürzen“, sagte der CDU-Politiker der „Augsburger Allgemeine“.

Söder hält gegenwärtig eine solche Maßnahme für nicht nötig und plädiert für einen flexiblen Umgang mit Unterricht und Versetzung: „Ich möchte nicht, dass jemand wegen Corona durchfällt“, sagte Söder. Der Ministerpräsident erinnerte an seine eigene Schulzeit. Der 1er-Abiturient erlebte in der achten Klasse eine Phase, in der seine Versetzung gefährdet war. „Im Fußball würde man sagen, ich habe mich mit einem starken Endspurt von Rang 17 oder 18 auf den 14. Platz vorgearbeitet.“

Da in der Corona-Krise Schülern Zeit fehle, um schlechte Leistungen auszubügeln, werde man beim Thema Durchfallen in diesem Jahr „sehr großzügig“ im Sinne der Schüler vorgehen. Söder deutete an, dass Schüler allenfalls auf freiwilliger Basis sitzenbleiben sollen, ansonsten ein Vorrücken in die höhere Klasse „auf Probe“ gewährt werde.

Für den Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, stehen kürzere Sommerferien hingegen aktuell nicht zur Debatte. "Ich glaube, zum jetzigen Zeitpunkt eine Diskussion um die Verkürzung von Sommerferien zu führen, geht eigentlich fehl", sagte Meidinger am Freitag im "Deutschlandfunk". "Ich glaube auch, dass das gar nicht mal den großen Effekt hat." Vielmehr brauche es jetzt "ein großes Gesamtkonzept".

SPD-Vize Kevin Kühnert lehnte die Verkürzung ab. "Dieser Vorschlag überzeugt mich nicht. Ich glaube, dass Erholung ein ganz wichtiger Faktor in so einem Stressjahr ist", sagte der Juso-Vorsitzende den Sendern RTL und n-tv. Die Corona-Krise sei eine "Hoch-Stressphase. Es gibt soziale Konflikte in den Familien, die Kinderschutzfälle steigen an."


Veröffentlicht: 2020-04-18 09:09:35Aufrufe: 168




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Quelle: www.focus.de
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